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Architektenhaftung


(Urteil des BGH, 15.06.2000, VII ZR 212/99)

Wenn ein Architekt nicht nur mit der Bauplanung sondern auch mit Bauleitung beauftragt ist, ist es seine Pflicht, dem bauausführenden Bauunter­nehmen besonders schadensträchtige Details der Baues (hier: die Abdichtung der Kelleraußenwand gegen drückendes Wasser) in einer Weise verdeutlichen, die jedes Risiko ausschließt.

Ein Architekt darf dem Bauunternehmer im Rahmen der Planung mithin nicht nur vorgeben, dass eine Abdichtung gegen "drückendes Wasser" zu erfolgen hat in der Hoffnung, dass der Bauunternehmer dann schon wisse, wie diese fachgerecht auszuführen ist. Es obliegt ihm vielmehr, auch die Details einer fachgerechten Abdichtung im Rahmen seiner Planung festzulegen.

Gibt der Architekt diese Details der Planung nicht an den Bauunternehmer weiter, so haftet er gemeinsam mit dem Bauunternehmer für hieraus entstandene Schäden.

Der Schadensersatzanspruch der Bauherren gegenüber dem Architekten verjährt in 5 Jahren nach Abnahme des Architektenwerks.

Ein Schadensersatzanspruch gegenüber dem Architekten kommt sogar dann in Betracht, wenn dieser nur die Entwurfs- und Genehmigungsplanung durchführte, aber nicht auch zugleich mit der Überwachung der Bauausführung beauftragt war.

Welchen Vorteil bringt Ihnen als Bauherr dieses Urteil?
Der Architekt ist haftpflichtversichert. Seine Versicherung haftet auch dann noch, wenn ggf. Ihre am Bau beteiligte Baufirma bereits insolvent ist.

Vorteil für Sie als Baufirma:
Wenn Sie eine Abdichtung am Bau nicht fachgerecht anbrachten und dafür vom Bauherren in die Haftung genommen wurden, können Sie ggf. bei dem beteiligten Architekten Regress nehmen, da diesen ein Mitverschulden trifft. Sie sollten im Bauprozess dem Architekten ggf. den Streit verkünden.





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